Die Orientierungsstufe

 

Nach der Grundschule folgt zunächst in die schulformabhängige Orientierungsstufe, in welcher die Arbeit der Grundschule aufgegriffen wird. Der Unterricht ist fachbezogen, kann aber teilweise auch noch fächerübergreifend organisiert sein. Die Eltern werden fortlaufend über den Entwicklungsstand des Kindes informiert, so dass Probleme schnell zu Tage treten und so leicht aus der Welt geschafft werden können.

 

 

  • Schullaufbahnempfehlung
    Am Ende eines Schulhalbjahres der Orientierungsstufe kann eine Bildungsempfehlung ausgesprochen werden. Der Beratungslehrer hat ein Stimmrecht bei der Erstellung der Bildungsempfehlung durch die Klassenkonferenz. Am Ende der Klassen 5 und 6 wird jeweils über die Versetzung entschieden. Die Wiederholungsmöglichkeit innerhalb der Orientierungsstufe richtet sich nach der geltenden Versetzungsordnung.

 

 

Hauptschule und Werkrealschule

 

Die Hauptschule und Werkrealschule umfasst 5 Schuljahre, nach denen die Schüler ihren Hauptschulabschluss erreichen. Außerdem besteht die Möglichkeit in einem freiwilligen 10. Schuljahr den Realschulabschluss zu erlangen.

 

Die Werkrealschule führt einen durchgängigen Bildungsplan bis zur Mittleren Reife. Hauptschulen werden als Werkrealschulen bezeichnet, wenn sie ab der 8. Klasse Wahlpflichtfächer und ein zusätzliches 10. Schuljahr für begabte Schüler anbeiten.

 

Der Unterricht ist dadurch geprägt, dass individuelle Lernbiographien berücksichtigt werden und darauf abgestimmte didaktisch-methodische Maßnahmen ergriffen werden.

 

 

Die Realschule

 

Der Anspruch der Realschule ist es, die Schüler durch besonderen Realitätsbezug zu fördern und zu bilden.

 

Nach 6 Realschuljahren wird die Mittlere Reife über die zentral gestellte Realschul-Abschlussprüfung erreicht. Diese bietet den Zugang zu weiteren schulischen Bildungsgängen, die bis zur allgemeinen Hochschulreife führen können und die Möglichkeit des Beginns einer Berufsausbildung.

 

Neben den Pflichtfächern gibt es ab dem 7. Schuljahr einen Wahlpflichtbereich, in denen je nach Neigungen des einzelnen Schülers die Fächer Technik, Mensch und Umwelt oder Französisch, bzw. Englisch als zweite Fremdsprache gewählt werden können.

 

 

Das Gymnasium

 

Seit Beginn des Schuljahres 2004/2005 wurde in Baden-Württemberg das achtjährige Gymnasium eingeführt. Dies brachte unter anderem folgende Neuerungen mit sich:

 

  • die zweite Fremdsprache in Klasse 5
  • eine flexible Stundentafel
  • zentrale Jahrgangsarbeiten zur Sicherung der Qualität

 

 

Kontingentstundentafel

 
Die flexible Kontingentstundentafel gibt Gesamtstundenzahlen für den Zeitraum von sechs Jahren (vom 5. bis 10. Schuljahr) vor. Sie erlaubt den Schulen, Schwerpunkte in verschiedenen Klassenstufen sowie innerhalb verschiedener Fächergruppen zu setzen.

 

 

Schuleigenes Curriculum

 

Ein Drittel der Unterrichtszeit steht den Schulen für ein eigenes Curriculum zur freien Verfügung. Hier können sie eigene Schwerpunkte setzen, um bspw. neue Unterrichtsformen zu praktizieren, Lernmethoden zu trainieren und aktuelle oder regionale Bezüge zum Lehrstoff herzustellen. Die übrigen zwei Drittel der Unterrichtszeit legt der landesweite Bildungsplan fest.

 

 

Jahrgangsarbeiten

 

Mit diesen Jahrgangsarbeiten wird kontrolliert, ob die festgelegten Bildungsstandards auch erreicht wurden. Sie werden in manchen Fächern am Ende einzelner Bildungsabschnitte geschrieben. Die Benotung geht wie die von Klassenarbeiten in die Jahresendnote ein.

 

 

Schultag mit neuem Rhythmus

 

Im fünften und sechsten Schuljahr kann der Unterricht auf nur einen Nachmittag begrenzt werden. Um Nachmittagsunterricht zu vermeiden, kann stattdessen Samstagsunterricht stattfinden. Das Gymnasium in Baden-Württemberg ist nicht als Ganztagsschule konzipiert und auch die verkürzte Dauer von nur noch acht Jahren lässt genügend Freiraum für außerschulische Aktivitäten und die Teilnahme am Vereinsleben. Außerdem werden neue Modelle entwickelt, die den Schultag rhythmisieren und einen kindgerechten Wechsel von lehrer- und schülerzentriertem Unterricht und Pausen gewährleisten.

 

 

Die neue gymnasiale Oberstufe (NGO)

 

Die Fächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik sowie zwei weitere, individuell bestimmbare Fächer (Profilfach und Neigungsfach), die alle mit vier Wochenstunden unterrichtet werden, sind für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend.

 

Es gibt mehr Möglichkeiten, individuelle Schwerpunkte zu setzen: Neben der Wahl eines Profil- und eines Neigungsfachs gehören dazu auch die besondere Lernleistung (Seminarkurs oder Teilnahme an einem Wettbewerb), die Fächer des Wahlbereichs (etwa Philosophie oder Informatik) sowie die Möglichkeit, zwei der vierstündig zu belegenden Fächer doppelt zu gewichten.

 

Die Bedeutung der Naturwissenschaften in der Oberstufe wird gestärkt. Künftig sind zwei naturwissenschaftliche Fächer verbindlich. Wird eine Naturwissenschaft als vierstündiges Profil- oder Neigungsfach gewählt, kann die zweite Naturwissenschaft durch die Teilnahme an einem Seminarkurs mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt ersetzt werden.

 

 

Die Kernkompetenzfächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik

 

Die Kernfächer Deutsch, fortgeführte Fremdsprache und Mathematik werden als Pflichtfächer mit vier Wochenstunden unterrichtet und sind Teil der schriftlichen Abiturprüfung. Damit werden stabile Lerngruppen mit gemeinsamem Unterricht auf hohem Niveau geschaffen. Zudem werden auch die Möglichkeiten für fächerverbindendes und projektorientiertes Arbeiten in der Oberstufe deutlich verbessert.

 

 

Ausweitung der individuellen Profilierungen

 

Die Möglichkeiten, individuelle Schwerpunkte zu setzen, werden ausgeweitet. Die Berechnung der Gesamtqualifikation mit doppelt und einfach gewichteten Fächern bleibt jedoch bestehen. Die bisherigen Beschränkungen für Kombinationen mit dem Fach Deutsch (Deutsch/Musik, Deutsch/Gemeinschaftskunde, Deutsch/Bildende Kunst oder Deutsch/Sport) werden aufgehoben. Eines der beiden doppelt gewichteten Fächer muss aus dem Bereich der Kernfächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik gewählt werden, das andere kann aus dem Profil- oder Neigungsbereich gewählt werden. Alle weiteren bisherigen Profilierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Prüfungsfachkombinationen, die besondere Lernleistung (Seminarkurs oder Teilnahme an einem Wettbewerb) und der Wahlbereich, bleiben erhalten.

 

 

Konsequenzen für die Abiturprüfung

 

Die Zahl der Prüfungsfächer wird von vier auf fünf erhöht, dabei sind die Fächer Deutsch und Fremdsprache (Aufgabenfeld I) sowie Mathematik (Aufgabenfeld III) schriftliche Pflichtfächer. Dazu kommt eine vierte, selbst gewählte schriftliche Prüfung im Neigungs- oder Profilfach. Das fünfte (mündliche) Prüfungsfach kann auch durch eine besondere Lernleistung ersetzt werden, die einem Aufgabenfeld zuzuordnen ist. Damit bleiben alle Fächer in der Abiturprüfung prinzipiell wählbar. Die schriftlichen Prüfungen finden also in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprache, Neigungs- oder Profilfach statt und die mündliche Prüfung in einem Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Bereich (falls nicht in der schriftlichen Prüfung) oder einem beliebigen Fach oder einer besonderen Lernleistung (Ende Jahrgangsstufe 12).

 

 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Schule und Bildung in Baden-Württemberg

 

Schulsystem und Termine Baden-Würtemberg

 

Prüfungstermine Baden-Württemberg